Tag 21

Wir stehen mit etwas schwerem Kopf auf, trinken mit den Jungs aus Split noch einen Kaffee und begeben uns auf die Straße nach Norden. Wir bleiben auf der Nr.8 und somit immer in Küstennähe. Der Kurvenreiche Abschnitt von Starigrad nach Karlobag ist nagelneu asphaltiert. Ein Traum! Wir sind so gut wie alleine hier. Das Fahren macht richtig Laune.

In Jablanac verlässt mich Thomas, er muss in 2 Tagen wieder malochen. Thomas, wenn du das ließt, bist du bestimmt schon daheim! Ich hoffe du bist gut durchgekommen und hattest keine Probleme! Machs gut, bis bald mein Freund!

Hier, an der Fähre zur Insel Rab, endet auch meine eigentliche Reise. Drei geile Wochen Moppedurlaub sind vorüber... Schade, aber: in ein, zwei Stunden kommen die Jungs aus Deutschland mit den Bikes und wir verbringen unsere Clubtour zusammen auf der Insel. Ich freu mich schon ;-)

www.mf-eskalation.de

Split

Nachdem wir uns die volle Touri-Dröhnung in der Altstadt gegeben haben, sind wir wieder zum Partygelände raus gefahren und haben mit den Jungs und ihren Gästen eine kleine Ausfahrt zum Strand gemacht. Es gab gutes Essen und kühles Bier. Es ist sagenhaft warm hier.

Gegen Abend spielen die ersten Bands, ein Stuntfahrer gibt ebenso sein bestes. Der Abend wird lang...

Tag 20

Bei strahlend blauem Himmel erwachen wir auf unserem kleinen Campingplatz in Makarska und nehmen wieder die Kurven der Küstenstraße unter die Räder. Leider sind einige Baustellen im Gange. Aber die Aussichten auf das Meer entschädigen das.
Wir kommen nicht weit. Am Ortseingang von Split weist uns ein Biker mit Kutte während der Fahrt an, wenn wir bock haben hinter ihm her zu fahren. Ein paar Meter später stehen wir auf dem Partygelände des "Moto Klub Fjaka Croatia". Da schau an. Es gibt erstmal ein Begrüßungsbier. Das kann ja heiter werden... Bleiben wir hier? Wir wollten doch hoch, Richtung Zadar. Ach, drauf gesch... wir schaffen das schon noch bis Rab morgen ;-)
Zelt aufgebaut und ab in die Stadt. Ach du scheisse, hier sind sie also, die tausenden und abertausenden Touristen. Kreuzfahrtschiffe und Busse haben sie rangekarrt. Ein unvorstellbarer Lärm in einem der unzähligen Cafes in dem wir sitzen. Bloß schnell weg hier...

Tag 19

Dober Dan Hrvatska! So, was soll ich sagen. Hat doch dieser schei... Himmel seine Schleusen geöffnet und uns 10 min. vor Dubrovnik an Deck der Fähre geweckt. Nun gut, Regenkombis an und raus aus dem Schiff. Aber wieder haben wir Glück. Es hat direkt aufgehört und wir bleiben den ganzen Tag trocken. Das Wetter wird blendend.
Das beste aber: so menschenleer wie heute 7:30 Uhr hab ich Dubrovnik noch nie erlebt ;-) Hat was... Als die Reisebusse aber die ersten Japaner-Gruppen rauswerfen, suchen wir das Weite.
Wir surfen ganz entspannt die Küstenstraße hoch und machen hier und da ein Päuschen. Herrlich. In Makarska nisten wir uns preiswert auf dem einzigen Campingplatz der Stadt in einem Wohnwagen ein. Und grillen erstmal. Klar, Cevapcici. Mit Zwiebel und Ajvar, wie sich das gehört ;-)
Mal sehen was der Abend in der Stadt noch so bringt. Morgen gehts weiter Richtung Norden. Die Leute meinen, es wird Regen geben. Kann ich gar nicht glauben bei der herrlichen Abendsonne.
Ich freu mich, wieder in Kroatien zu sein, es fühlt sich fast wie eine zweite Heimat an. Man kennt sich aus, es ist wie immer herrlich auf der Küstenstraße rumzucruisen. Alles bestens also.


Tag 18

Während der Nacht am Strand hat uns der Regen überrascht. Scheisse. Zelt doch noch aufbauen. Naja, nach solch langer Zeit ohne auch nur einen einzigen Tropfen Regen, darf ruhig mal was runterkommen.

Nach dem Packen gehts mit Regenkombi los, aber nur kurz, das Wetter meint es gut mit uns. Auf dem Weg nach Bari machen wir einen Zwischenstopp in Matera. Wow! Die alte Stadt wurde direkt in und an die Felsen einer tiefen Schlucht gebaut. Zum ersten mal in Süditalien treffen wir auf ein paar Touristen ;-)

Weiter gehts zur Fähre. Das Schiff ist schon im Hafen, geht aber erst am späten Abend und Tickets gibts auch erst später. Also noch mal auf den Bock und in die Altstadt.

Ciao Italien! Morgen früh sind wir in Dubrovnik. Das Treffen mit unseren Kumpels auf der Insel Rab steht in zwei Tagen auf dem Plan. Bis dahin gehört die kroatische Küstenstraße uns! Hoffen wir mal, das der Kahn nicht sinkt...

Tag 17

Unspektakulär und bei strahlendem Sonnenschein beginnt in der Hängematte der Tag. Wir fahren weiter der Küste entlang. Und immernoch ziehen mit uns die menschenleeren Sandstrände... Die Ortschaften wirken etwas öde und verlassen in dieser Jahreszeit und es scheint, als wenn sie gierig auf die Ferienzeit warten. Wir schauen uns ein paar Bergdörfer unterwegs an und wedeln durch unzählige Tornanti hinauf in die erstaunlicherweise noch mit Schnee bedeckten Berge. Die Ausblicke sind traumhaft hier oben. Leider zieht sich der Himmel zu und somit ist die Sichtweite begrenzt.
Der riesige Zeltplatz in Villapiana ist wie leergefegt. Wir verbringen den Abend ganz gemütlich am leeren Sandstrand bei Lagerfeuer und lassen uns das Abendessen schmecken. Der Himmel ist sternenklar und somit wird am Strand geschlafen - klaro!

Tag 16

Nach dem Zeltesaubermachen ;-) ging es nach Messina, dem Hafen mit Fähre zum italienischen Festland. Auf dem Weg dorthin ist der ständige Ausblick auf den Ätna unglaublich. Er begleitet uns noch viele Kilometer bis wir, ruck zuck, innerhalb von 20 Minuten drüben auf dem Festland sind...
Nach einer kurzen Etappe an der Westküste entlang, wechselten wir die Seiten und blubberten ganz entspannt der "Stiefelsohle" hinauf. Da uns niemand hetzt und wir alle Zeit der Welt haben, machen wir den ein oder anderen Abstecher an den zu dieser Jahreszeit menschenleeren Strand. Rechts und Links so weit das Auge reicht, keine Menschenseele... Und das schon dutzende Kilometer weit. Im Sommer, wenn die Italieneri Urlaub haben sieht es bestimmt anders aus hier. Aber wer will das schon... Auf unserem Campingplatz in Cropani Marina sind wir auch fast allein. Herrlich. Hängemattenzeit!
Sorry wenn die Bilder nicht immer die besten sind... Wenn es Zeit dafür ist, werde ich das noch einmal aufarbeiten.

Tag 15

Es wird Zeit die Sachen zu packen, wir haben viel vor heut. Wir wollen auf den Ätna! Zumindest so weit wie's geht. Eine perfekte, den Alpen gleiche, Passstraße führt uns über die Berge hinüber zum großen Vulkan. Von der Südrampe des Passes haben permanent den Blick auf den Berg. Ein wenig raucht er. Ist schon ganz schön beeindruckend der Anblick. Wir nehmen die auffahrt zum Gebiet "Etna Nord". Wieder ein Kurvenparadies. Aber Vorsicht, Vulkanasche liegt wie Sand auf der Straße. Die Seilbahn und Exkursionsbüros hier oben sind geschlossen und wir steigen wieder auf einer großartigen Straße hinab ins Tal durch riesige kalte Lavoströme. Hammerhart dieser Anblick. Tiefschwarze Gesteinsfelder ringsum. Wie Kohle. Wer es noch nicht gesehen hat, für den wird das Ausmaß eines Ausbruch des Ätna nicht im geringsten vorstellbar sein. In großem Umfeld um den Berg, bis hinunter nach Catania und auf die Küstenstraße macht sich das schwarze Zeugs breit...
Angekommen am "Etna sud" entschied ich mich für den Aufstieg zum Krater. Naja, Aufstieg ist vielleicht zu viel gesagt ;-) Es fährt eine Seilbahn und anschließend geländegängige Busse Bus hinauf zu zwei Kratern des Vulkans. Trotz des hohen Preises lohnt der Anblick eines qualmenden Kraters aber allemal. Für mich wird es ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Nur ein bisschen mehr Zeit sollte man einplanen...
Wir suchen in der Nähe von Catania einen Zeltplatz und lassen uns von irgendwelchen Tauben Zelte und Moppeds vollscheissen. So was doofes... Nie wieder Camping "La Timpa".

Tag 14

Auf der Fähre war tote Hose. Nach stundenlanger Verspätung bei der Abfahrt sind wir erst mittags in Palermo/Sizilien angekommen. Europa empfängt uns mit kühlen 23 Grad ;-) In den sizilianischen Bergen hängen ein paar Wolken und wir entscheiden uns für die Nordküste der Insel. Kein Fehler! Sonne satt. Herrliche Straße hier, Kurve an Kurve gleiten wir am Meer entlang und könnten stundenlang so weiterfahren. Europa hat uns wieder völlig in seiner Gewalt, so schön aufgeräumt hier. Obwohl für europäische Verhältnisse der Süden Italiens nicht der sauberste Landstrich des Planeten ist, fühlen wir uns doch im Vergleich zu Tunesien plötzlich wieder mitten im gepflegten Europa. Ob man das nun gut heißen soll muss jeder für sich allein entscheiden, aber die Hektik ist in vollem Gange hier... Zum Glück ist Sonntag, und auf der Küstenstraße zwischen den Ortschaften sind wir völlig allein und können die Fahrt so richtig genießen. Wir suchen abends einen Campingplatz. In Marinello bei Olivero werden wir fündig. Direkt am Meer... Zwei Deutsche, die wir in Tunis schon trafen, sind auch hier und wir verbringen einen schönen Abend in einer kleinen Pizzeria. Die Fahrt hierher war aber das Highlight des Tages...

Karthago

Über die Hauptstraße von La Goulette erreicht man Karthago. Aber wo genau ist das denn? Das berühmte Karthago, die einst so bedeutende Stadt? Der Reiseführer gibt Auskunft: die Ausgrabungen sind über die ganze (neue) Stadt verteilt. Hm... Also das, was da so zu sehen ist, ist wirklich nicht der Bringer. Man muss schon eingefleischter Geschichtsfan sein um hier auf seine Kosten zu kommen. Hier und da ein paar alte Steine und gut ist. Leider ist nicht mehr viel übriggeblieben. Naja, aber wenn man schonmal hier ist ;-)

Wir bummeln noch ein bisschen durch die Gegend hier. Wirklich nett und so gar nicht mit dem Süden des Landes zu vergleichen. Sauber. Gepflegt. Fast schon italienisch/französisch angehaucht. Man kann sich in diesen Orten ausmalen, das sich der "normale" Tunesier einen Wohnsitz hier niemals leisten kann. Tolle Ausblicke am Meer und auf den Hügeln kann man hier genießen. Wir tuckern mit den Bikes ziellos durch die Gegend, tanken noch einmal denn billigen Sprit randvoll.

Noch schnell ein bisschen Verpflegung für den Dampfer eingekauft und dann zurück zum Hafen. Eine einzige Katastrophe. Es geht drunter und drüber am Ticketschalter. Nach ca. 1h hatten wir die Tickets. Das ist schon einmal der Anfang. Mit 3-stündiger Verspätung waren wir nach den unzähligen Zettelkontrollen, Stempelzeremonien und Rennereien endlich an Board. Die Moppeds wurden verzurrt und wir haben uns auf den Sesseln des Schiffs zusammen mit zahllosen tunesischen Autoüberführern und Geschäftemachern lang gemacht. Tschüß Afrika! Hallo Europa!